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05 Juni 2012: Aktienübergewicht reduziert

16 PENNE

Die Ungewissheit im Zusammenhang mit der Entwicklung in der Europäischen Währungsunion lastet weiterhin schwer auf den Märkten. Das bisherige Übergewicht von Aktien aus der Eurozone wird weiter abgebaut und die Risiken in den Anleihen-Portfolios werden zurückgefahren….

Politische Entscheide bezüglich der Verschuldungssituation in verschiedenen südeuropäischen Ländern beanspruchen weiterhin das Hauptinteresse der Finanzmärkte. Das nächste vielbeachtete Ereignis ist die noch im laufenden Monat stattfindende Neuauflage der Parlamentswahlen in Griechenland. Da der Wahlausgang kaum für klare Verhältnisse im Sinne der anderen europäischen Länder sorgen dürfte, ist ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion nach unserer Einschätzung wahrscheinlicher geworden. Auch zeichnet sich nicht ab, wie das Hauptproblem der Währungsgemeinschaft, nämlich die grossen Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zwischen den Mitgliedern, zu lösen wäre. Zu unterschiedlich sind die Meinungsfronten zwischen Deutschland sowie den anderen aufs Sparen fokussierten Ländern und den südeuropäischen Staaten, die von allfälligen Eurobonds profitieren würden. Da der neue französische Staatspräsident François Hollande ebenfalls ein Befürworter von Eurobonds ist, bleibt es unklar, in welche Richtung sich die Währungsunion weiterbewegt.

Deutliches Untergewicht bei Staatsanleihen aus Spanien und Italien

Bei so viel Unsicherheit ist mehr Vorsicht in der Anlagestrategie angesagt. Wir gewichten Aktien aus den Ländern der Eurozone nur noch neutral, obwohl sie sehr günstig bewertet sind. Das Übergewicht an nordamerikanischen Aktien hingegen behalten wir bei, da die Erholung der amerikanischen Wirtschaft trotz Rückschlägen fortschreitet. Zu einer positiven Beurteilung kommen wir bei den Sektoren Lebens- und Genussmittel, Software, Energie und neu auch Pharma. Eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung erwarten wir bei Versicherungen, Telekommunikation, Rohstoffen, Immobilien und Versorgern. Bei den Anleihen bleiben die Quoten für Unternehmensanleihen und High-Yield-Bonds zwar gleich, wir reduzieren aber die Risiken innerhalb der Portfolios. Unser deutliches Untergewicht bei spanischen und italienischen Staatsanleihen behalten wir bei.

Bei den Währungen wird das bisherige Übergewicht der NOK gegenüber dem CHF aufgehoben. Als Folge der gesunkenen Erwartungen an das künftige Wirtschaftswachstum erwarten wir in nächster Zeit keinen Anstieg des Erdölpreises und damit auch keinen positiven Beitrag der NOK als „Rohstoff-Währung“.

Neu ist auch das Übergewicht des GBP gegenüber dem EUR. Wir erwarten, dass negative Nachrichten zur Währungsunion den EUR im Verhältnis zum GBP schwächen dürfte.

Quelle: ETFWorld – Swisscanto

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