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Das Laufzeitenrisiko bei Anleihen wird reduziert, die Übergewichtung der Aktienquote beibehalten

Der Abwärtstrend der Zinsen ist höchstwahrscheinlich vorerst beendet. Lang laufende AAA-Staatsanleihen bergen das Risiko von tiefen Realrenditen und mittelfristig von Kursverlusten. Aktien sind weiterhin günstig und bleiben übergewichtet… 

Der jahrelange Trend zu Zinssenkungen bei qualitativ hoch eingestuften Staatsanleihen ist vermutlich am Wendepunkt angelangt. Wir implementieren deshalb in den Obligationenportfolios eine gegenüber den Benchmarks leicht unterdurchschnittliche Duration und setzen gleichzeitig in der Asset Allokation die Investitionsquote leicht herab. Am längeren Ende könnten die Zinsen nicht nur aufgrund besserer Konjunktur(erwartungen) ansteigen, sondern auch, weil sich das Kreditrisiko, auch der besten Schuldner, erhöhen würde, wenn die weniger kreditwürdigen Staaten immer mehr Finanzhilfe in Anspruch nehmen müssen. In den USA kommt die langfristig gefährliche Aufblähung der Zentralbankbilanz hinzu. Amerika ist das einzige Land der Welt, das in der Geld- und Fiskalpolitik anhaltend Vollgas gibt. Ein schwacher US-Dollar und langfristig ansteigende Inflationsraten werden als „Kollateralschäden“ in Kauf genommen. Investitionen in AAA-Staatsanleihen sind bezüglich der zukünftigen inflationsadjustierten Renditen derzeit hoch riskante Anlagen. Dies gilt besonders für die Anleihen der Problemländer Europas, bei denen wir vorerst stark untergewichtet bleiben. Weiterhin bleiben wir aber positiv gestimmt für Unternehmensanleihen, auch im High-Yield-Bereich.

Es herrscht übereinstimmend eine grosse Skepsis gegenüber den europäischen Peripherieländern, während Anlagen in Schwellenländern eindeutig bevorzugt werden. Schwellenländer weisen aktuell insgesamt eine wesentlich bessere Fiskalsituation auf als die Industrieländer. Problematisch bliebt allerdings, dass die „Gunst der Stunde“ nicht genutzt wird, um Primärüberschüsse zu erzielen und Reserven aufzubauen. Beim nächsten Abschwung wird sich die Fiskalsituation der Schwellenländer daher (auch) deutlich verschlechtern. Es ist nicht alles so erfolgsversprechend, wie es scheint. Die Investoren sollten im 2011 in der Emerging-Markets-Euphorie die günstigen Bewertungen der europäischen Aktien nicht vergessen.

Die jüngsten Kursgewinne haben die schon übergewichtete Aktienquote zusätzlich erhöht. Wir passen die Quote der Marktbewegung an. Aktien sind aufgrund der Gewinnerwartungen und gegenüber Staatsanleihen günstig bewertet. Per Ende November wies der MSCI Weltaktienmarkt gemessen an den Trendgewinnen eine Unterbewertung von 18% auf.

Ein moderater Zinsanstieg würde unserer Ansicht nach den derzeitigen Aufschwung an den Aktienmärkten noch nicht gefährden. Die bisher ungelöste Eurolandkrise hindert uns daran, ein noch grösseres Aktienübergewicht zu implementieren.

Neben dem europäischen Aktienmarkt sehen wir gute Opportunitäten in Japan und in den USA. Aufgrund der Marktbewertung, der Bilanzqualität und der Gewinnerwartungen rechnen wir mit weiteren Firmenübernahmen, Aktienrückkäufen und Dividendenerhöhungen. Wir bevorzugen noch immer die zyklischen Bereiche zu Lasten der defensiveren Unternehmen und favorisieren Small Caps gegenüber den Large Caps in allen Märkten. Auf Branchenebene favorisieren wir die Kapital- gegenüber der Konsumgüterindustrie und Banken gegenüber Versicherungen. Wir reduzieren den Pharmabereich, nicht aber das relative Gewicht der Biotechnologieaktien, und verstärken die Positionen im Bereich der Semiconductors.

Auf der Währungsseite halten wir CHF, EUR und JPY zu Gunsten der Rohstoffwährungen CAD und AUD sowie der SEK untergewichtet. Das Pfund ist deutlich unterbewertet.

Quelle: ETFWorld – Swisscanto

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