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Deutsche Bank Markets Research: Weltweite ETP-Branche erreicht 2015 neues Allzeithoch von 2,95 Bio. US-Dollar

Weltweite ETP-Branche erreicht 2015 neues Allzeithoch von 2,95 Bio. US-Dollar; erneut Rekordzuflüsse von 373,8 Mrd. US-Dollar trotz volatiler Märkte; organisches Wachstum von 13,7 Prozent; erneut starke Zuflüsse in Anleihe-ETFs; Aktien-ETFs machen zwei Drittel der Nettozuflüsse aus….

 

Globaler ETP-Markt Zu-/Abflüsse:

·         Die globale ETP-Branche verzeichnete 2015 Rekordzuflüsse von 373,8 Mrd. US-Dollar nach 329 Mrd. US-Dollar Zuflüssen in 2014 und 227 Mrd. US-Dollar in 2013. Damit verwaltet die Branche die Rekordsumme von 2,95 Billionen US-Dollar, das entspricht einem Wachstum der Nettozuflüsse von 8,3 Prozent zum Vorjahr.

·         Die grössten Nettozuflüsse verzeichneten Aktien-ETPs mit 261 Mrd. US-Dollar, gefolgt von Anleihe-ETPs mit 105 Mrd. US-Dollar. Die Zuflüsse in Rohstoff-ETPs fielen 2015 mit 4,8 Mrd. US-Dollar geringer aus als in den Vorjahren. Der Grund war vor allem der fallende Ölpreis.

·         Innerhalb der Aktien-ETPs machten die ETPs auf Aktien der Industrieländer den grössten Anteil aus. Sie verbuchten Nettozuflüsse in Höhe von 180 Mrd. US-Dollar. ETPs auf Aktien der Schwellenländer verbuchten jedoch Nettoabflüsse von 18 Mrd. US-Dollar. Grund war die Unsicherheit bezüglich des chinesischen Aktienmarktes, der starke US-Dollar sowie schwache Rohstoffpreise in 2015.

·         Regional betrachtet, stellte sich wie im Vorjahr die amerikanische ETP-Branche als Wachstumstreiber dar. Sie steuerte 237 Mrd. US-Dollar Nettozuflüssen zum globalen Wachstum bei und hatte wie in den Vorjahren den grössten Anteil am weltweiten Wachstum. Damit übersprang die US-ETP-Branche erstmals die Marke von 2 Billionen US-Dollar.

·         Auch die europäische ETP-Branche konnte 2015 weiter zulegen. Nach Nettozuflüssen von 61 Mrd. US-Dollar in 2014 flossen der Branche 2015 weitere 82 Mrd. US-Dollar zu. Das in Europa in ETPs verwaltete Vermögen stieg um 10,6 Prozent auf 507 Mrd. US-Dollar bis Ende 2015 (S. 7). In Euro gerechnet, belaufen sich die Zuflüsse 2015 in den europäischen ETP-Markt auf 71,9 Mrd. Euro, nach einem Zufluss von 45 Mrd. Euro in 2014. (S. 59). In Europa werden per Ende 2015 467 Mrd. Euro in ETPs verwaltet

·         Einen grossen Sprung machten die asiatischen ETPs. Nach Nettozuflüssen von 19 Mrd. US-Dollar in 2014 flossen ihnen 2015 weitere 43 Mrd. US-Dollar zu. Damit stieg das verwaltete Vermögen um 24 Prozent auf nun 250 Mrd. US-Dollar in asiatische ETPs.

Europäischer ETF-Markt Zu-/Abflüsse 

Aktien

·         Den Hauptanteil bei den Nettozuflüssen machten wie schon 2014 die Aktien-ETFs aus. Ihnen flossen 51 Mrd. US-Dollar zu, davon 40 Mrd. US-Dollar in Aktien der Industrieländer. Schwellenländer-ETFs mussten jedoch Abflüsse von 1,8 Mrd. US-Dollar hinnehmen.

·         Die mit Abstand beliebteste Kategorie waren breite europäische Indizes, dort wurden 2015 mehr als 26 Mrd. US-Dollar neu angelegt, ein Vielfaches der Summe des Vorjahres.

·         Mit Blick auf einzelne Länder waren ETFs auf den deutschen Aktienmarkt mit einem Zufluss von 4,2 Mrd. US-Dollar 2015 am stärksten gefragt, gefolgt von Japan und den USA. Aus ETFs auf chinesische Werte zogen Investoren 2 Mrd. US-Dollar ab. Letztes Jahr konnte diese Kategorie noch Mittelzuflüsse verzeichnen.

·         Unter den Sektor-ETFs konnten 2015 Finanzwerte-Produkte den höchsten Zufluss mit 2,1 Mrd. US-Dollar verzeichnen. ETFs auf Dividenden-Indizes zogen 2,2 Mrd. US-Dollar an und waren damit das beliebteste Segment bei ETFs mit definierten Investmentstilen.

Anleihen

·         In Anleihe-ETFs flossen im vergangenen Jahr 29,6 Mrd. US-Dollar. Damit setzte sich der Trend hoher Zuflüsse aus den vergangenen Jahren fort.

·         Gefragt waren vor allem ETFs auf Unternehmensanleihen. Ihnen flossen 16 Mrd. US-Dollar zu, das war deutlich mehr als in ETFs auf Staatsanleihenmärkte, die einen Zufluss von 11 Mrd. US-Dollar verzeichneten. 2014 lagen die Zuflüsse in diese beiden wichtigsten Anleihenkategorien noch gleichauf mit jeweils etwa 12 Mrd. US-Dollar.

·         In ETFs auf breite Anleiheindizes flossen 2015 rund 2,1 Mrd. US-Dollar. Geldmarkt-ETFs zogen 1,3 Mrd. US-Dollar neue Anlage an.

Rohstoffe

·         Rohstoff-ETPs konnten den negativen Trend der Vorjahre stoppen. 2015 flossen dieser Kategorie 1,5 Mrd. US-Dollar zu. 2014 zogen Investoren noch 1,1 Mrd. US-Dollar ab, 2013 waren es sogar 13 Mrd. US-Dollar. 2015 zogen Produkte auf das Rohöl-Segment 2,1 Mrd. US-Dollar an neuen Anlagen an, während, Gold-ETPs einen Abfluss von 1,5 Mrd. US-Dollar verzeichneten.

Beliebteste Indizes

·         Bei den Anlegern standen 2015 neben dem MSCI World vor allem die Länderindizes S&P 500 und DAX im Fokus. Unter den regionalen Indizes waren vor allem Euro Stoxx 50 und MSCI Europe gefragt.

·         Im Anleihebereich belegten vor allem ETFs auf Unternehmensanleihen die vorderen Plätze der Indizes mit den höchsten Zuflüssen 2015.

Ausblick 2016

·      Die Analysten der Deutschen Bank erwarten auch für 2016 ein weiteres Wachstum der globalen ETP-Branche. Im Basisszenario gehen sie von einem Nettozufluss von 335 Mrd.US-Dollar aus, davon entfallen rund 60 Mrd. US-Dollar auf den europäischen Markt. Bei besonders günstigen bzw. ungünstigen Marktverhältnissen seien aber auch höhere oder niedrigere Zuflüsse möglich.

·      Nach dieser Einschätzung dürfte das in ETPs verwaltete Vermögen per Ende 2016 aufgrund steigender Kurse und weiterer Mittelzuflüsse in der mittleren Prognose auf rund 3,39 Billionen US-Dollar steigen. Das würde ein Marktwachstum insgesamt von 11,6 Prozent bedeuten.

·      In Europa ist 2015 das Segment der Anleihe-ETFs am stärksten von allen Anlageklassen gewachsen. Nach Angaben der Analysten der Deutschen Bank spreche viel dafür, dass das Anleihe-ETFs auf 2016 weiter überdurchschnittlich wachsen. Allerdings sei es schwer zu sagen, welches Anlagesegment innerhalb der Anleihe-ETFs davon am stärksten profitieren werde.

Risiken von ETFs umfassen unter anderen die folgenden:

·         Die ETFs mit indirekter Replikation haben ein Kontrahentenrisiko von max. 10% des Nettoinventarwerts aus derivativen Transaktionen gemäss der OGAW/UCITS III Restriktionen.

·         Der Wert der ETF- Anteile kann durch rechtliche, wirtschaftliche oder politische Veränderungen, Marktvolatilität und/oder Volatilität des Vermögens des Teilfonds und/oder des Bezugsobjekts negativ beeinflusst werden.

·         Der Wert der ETF-Anteile kann jederzeit unter den Preis fallen, zu dem der Anleger die Fondsanteile erworben hat. Daraus können Verluste resultieren.

·         Der Wert der ETF-Anteile kann durch Wechselkursschwankungen negativ beeinflusst werden.

Daten zum Stand: 31.12.2015

Source: ETFWorld.de

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