ETFWorld.de

ETF Securities: Markteinblick – Devisen Kanadischer Dollar vor dem Absturz

OPEC überrascht die Märkte..

 

Bei den globalen Referenzsorten für Rohöl und den Ölwährungen kam es am letzten Mittwoch zu einem Preissprung, da sich die OPEC zum ersten Mal seit sieben Jahren zumindest vorläufig auf eine Förderquote verständigen konnte. Die Rohstoff- und Devisenmärkte reagierten positiv auf die überraschende Einigung, die wegen der Differenzen zwischen den großen OPECStaaten Saudi-Arabien und Iran für wenig wahrscheinlich gehalten wurde. Gewiss hat die Gruppe der erdölexportierenden Länder nun eine Wende vollzogen, aber ob sie den kanadischen Dollar stützen kann, bleibt abzuwarten. Der so genannte Loonie leidet unter einer gefährlichen Gemengelage bärischer Faktoren, insbesondere der nicht überzeugenden Wirtschaftsleistung Kanadas, einer überzogenen spekulativen Positionierung und einem technischen Widerstand. Entsprechend haben die Währungspaare USD/CAD und EUR/CAD Aufwärtspotenzial, sobald die Ölpreise kurzfristig Schwäche zeigen sollten.

Symbolisch, nicht konkret

Die der OPEC-Übereinkunft geschuldete Erholung des Ölmarkts wird wohl nicht lange Bestand haben, da die praktischen Einzelheiten der Vereinbarung und die allgemeinen Bedenken über die Abkühlung der globalen Ölnachfrage die Preise deckeln. Die Einigung selbst war zwar ein wichtiger symbolischer Schritt, ist aber nicht an Zusagen geknüpft, konkrete Fördermengen in ausreichender Höhe vom globalen Ölmarkt zu nehmen (derzeit ungefähr 200-700k Barrel pro Tag). Die Einführung von Länderquoten steht noch aus. Vor der nächsten OPEC-Sitzung im November wird sich dieses schwierige und politisch sensible Problem kaum lösen lassen. Außerdem wurde es versäumt, Klarheit in Bezug auf die Länder zu schaffen, die wie Venezuela, Nigeria und Libyen gezwungenermaßen mitmachen. Deren Förderung liegt derzeit weit unter ihren Kapazitäten, könnte aber zwischenzeitlich durchaus wieder zuzunehmen. Unterstützung vonseiten des Ölpreises wird der kanadische Dollar daher in den kommenden Monaten wahrscheinlich nicht erhalten.

10 10 16 ETFSEC

Quelle: Bloomberg, ETF Securities.

Kanadischer Dollar schwächer als die norwegische Krone

Obwohl die norwegische Krone und der kanadische Dollar gleichermaßen an den Ölpreis gekoppelt sind, fällt der Ausblick der beiden Währungen in letzter Zeit höchst unterschiedlich aus. Die jüngsten Wachstums- und Inflationsdaten aus Norwegen haben die Erwartungen übertroffen, sodass der Vorstand der norwegischen Notenbank eine aggressivere Geldpolitik signalisieren und die Zinsprognose anheben konnte. Andererseits haben die schwachen Inflationszahlen, Einzelhandelsumsätze und Produktionsdaten die Bank of Canada zur Mäßigung der Wortwahl veranlasst, sodass es zunehmend wahrscheinlicher wird, dass sie auf den anstehenden Sitzungen die Geldpolitik lockern wird. Dies schlug sich im vergangenen Monat in der Entwicklung der norwegischen Krone nieder, die relativ zur kanadischen Dollar handelsgewichtet um 2,8 % stieg (s. Abb. 1).

Überzogene Positionierung

Die Währungspaare USD/CAD und EUR/CAD befinden sich in einem starken längerfristigen Aufwärtstrend, weil sich der kanadische Dollar abschwächt, was durchaus noch eine Weile anhalten kann. Die spekulative Netto-Position, die den kanadischen Dollar stützt, befindet sich auf einem Rekordhoch und scheint zunehmend anfälliger für eine Korrektur zu sein. Ein Rückgang der Ölpreise oder eine weitere Lockerung der Band of Canada könnte dazu führen, dass die CAD-Longs, die sich auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren befinden, abstürzen und die CAD-Shorts an Dynamik gewinnen, was den Anstieg der USD/CAD- und EUR/CAD-Paare verschärfen könnte.

 

Source: ETFWorld.de

Ähnliche Artikel

SPDR Strategie Espresso: Die nächste Etappe für Schwellenländeranleihen

Redaktion

SPDR Strategie Espresso: Neue Möglichkeiten an den Aktienmärkten

Redaktion

WisdomTree: Professionelle Investoren setzen laut Umfrage auf künstliche Intelligenz

Redaktion