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ETP Landscape Report des BlackRock Investment Institute für Dezember 2014

Global haben ETPs im Dezember unter dem Strich 61,5 Milliarden Dollar frisches Kapital verbucht – so viel wie niemals zuvor in einem Monat. Dadurch ist der Zufluss für das Gesamtjahr 2014 auf 330,6 Milliarden Dollar gestiegen……


Ursula Marchioni, Leiterin ETP Research und Aktienstrategie bei iShares in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA)


Dabei spielten die guten Nachrichten zur US-Konjunktur, der starke Dollar sowie der weiter nachgebende Ölpreis eine Rolle, die zusammen eine Aktienrally bewirkt haben.

· ETPs, die an US-Börsen gelistet sind, flossen 52,6 Milliarden Dollar Kapital zu. Dies war das erste Mal, dass diese Produkte in aufeinanderfolgenden Monaten jeweils mehr als 40 Milliarden Dollar verbucht haben. Dazu dürfte beigetragen haben, dass die US-Notenbank Fed in Bezug auf ihre Geldpolitik unerwartet locker geblieben ist. Zudem ist das US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal mit fünf Prozent so hoch ausgefallen wie seit elf Jahren nicht mehr.

· In Anleihen-ETPs haben Investoren nach der Ankündigung der US-Notenbank bezüglich ihrer Geldpolitik im Dezember 5,7 Milliarden Dollar investiert. Diese flossen vor allem in breit anlegende US-Produkte sowie ETPs auf europäische und US-Unternehmensanleihen sehr guter und guter Schuldnerqualität.

· ETPs auf japanische Aktien sind 5,6 Milliarden Dollar zugeflossen. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass Premierminister Abe bei den vorgezogenen Neuwahlen Rückhalt für seine Wirtschaftsreformen bekommen hat, was den Aktienmarkt beflügelte.

· Die Zuflüsse in ETPs auf europäische Aktien haben sich weiter stabilisiert. Die entsprechenden Produkte verbuchten in Erwartung weiterer geldpolitischer Massnahmen vonseiten der Europäischen Zentralbank 2,3 Milliarden Dollar frisches Kapital.

· Das Momentum bei Schwellenländer-ETPs hat nachgelassen. Das Produktsegment verbuchte einen Nettoabfluss in Höhe von 6,7 Milliarden Dollar. Dieser ging etwa zur Hälfte zulasten breit investierender Produkte, die damit auch im Gesamtjahr unter dem Strich einen Abfluss verbucht haben – obwohl Investoren über lange Phasen hinweg ihre Positionen ausgebaut hatten.

 Ursula Marchioni, Leiterin ETP Research bei iShares in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA), kommentiert:

 „Der Dezember war in Bezug auf den monatlichen globalen Zufluss in ETPs der beste Monat, den wir jemals gesehen haben. Der Nettozufluss belief sich auf rund 60 Milliarden Dollar, für das Gesamtjahr 2014 liegt er bei 330,6 Milliarden Dollar. Damit ist 2014  ein echtes Knüllerjahr – ein weiterer Beleg dafür, dass die ETF-Branche ihren Kinderschuhen entwächst. Zum einen werden ETFs von neuen Kundensegmenten genutzt, zum anderen werden sie für neue Zwecke eingesetzt. Hinzu kommen die noch höhere Liquidität und das steigende verwaltete Vermögen.“

 „Die europäische ETF-Branche hat das Jahr 2014 im Vergleich zu anderen Regionen mit einer der besten organischen Wachstumsraten beendet. Die Zuflüsse in Produkte mit europäischen Börsen-Listings beliefen sich auf 61,4 Milliarden Dollar – ein solches Niveau haben wir zuletzt vor der europäischen Schuldenkrise gesehen.“

 „Anleihen-ETPs haben, global betrachtet, einen Zufluss in Höhe von 84,5 Milliarden Dollar verbucht und damit  ihr bislang bestes Jahr erlebt. Die geringe Inflation in den Industriestaaten, das stabile Niedrigzinsumfeld in den USA sowie die expansive Geldpolitik der Notenbanken in Europa und Japan haben dazu beigetragen, dass Investoren sich dieser Anlageklassen vermehrt zugewandt haben.“

„Die Stärke der US-Wirtschaft und ein günstiger Ausblick auf die Entwicklung der US-Zinsen haben das Wachstum in ETPs auf US-Aktien beflügelt. Entsprechende Produkte haben 168,7 Milliarden Dollar frisches Kapital verzeichnet und damit mehr als die Hälfte der 330,6 Milliarden Dollar, die ETPs weltweit zugeflossen sind. Ungeachtet der fallenden Rohstoffpreise, der Volatilität in den Schwellenländern und der geopolitischen Krisen haben Investoren in dieses Marktsegment investiert, und zwar zunehmend über ETFs. US-Standardwerte haben den Löwenanteil der Mittel verbucht. Aber auch Produkte auf einzelne Sektoren, Produkte mit Smart-Beta-Ansätzen und Dividendenfonds haben erheblich zu dem Ergebnis beigetragen.“

Source: ETFWorld.de

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