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Global ETP Landscape von BlackRock für Februar 2017

Globales ETP-Wachstum auf Rekordkurs angesichts höchster Februarzuflüsse aller Zeiten infolge des Reflationstrends:…


Patrick Mattar aus dem iShares Kapitalmarkt-Team


Der Februar 2017 bescherte im Hinblick auf die globalen ETP-Kapitalströme zwei Rekorde: Zum einen lagen die Nettomittelzuflüsse höher als jemals zuvor in einem Februar, zum anderen stiegen die Zuflüsse seit Jahresanfang damit auf den höchsten Stand aller Zeiten für die ersten beiden Monate eines Jahres.

Weltweit verbuchten ETPs im Februar 62,9 Milliarden Dollar frisches Kapital, vor allem wegen der Stärke im Bereich US-Aktien. Seit Jahresanfang belaufen sich die Mittelzuflüsse unter dem Strich auf 124,2 Milliarden Dollar.

In ETPs, die an europäischen Handelsplätzen gelistet sind, investierten Anleger seit Anfang 2017 insgesamt 19,8 Milliarden Dollar frisches Kapital. Der Februar bescherte dem europäischen Markt die zweithöchsten jemals gemessenen Nettozuflüsse.

Patrick Mattar aus dem iShares Kapitalmarkt-Team kommentiert die fünf Kerntrends am europäischen ETP-Markt im Januar wie folgt:

 1. Aktien vor dem Durchbruch?

„Im vergangenen Jahr haben Aktien-ETPs Zuflüsse in Höhe von 29,1 Milliarden Dollar verbucht, Anleihenprodukte kamen auf 28,3 Milliarden Dollar. Damit lagen Aktienprodukte über rollierende Zwölf-Monats-Zeiträume betrachtet erstmals seit Mai 2016 vorn. Dies könnte den Beginn einer längerfristigen Wiederkehr starker Aktienzuflüsse sein.“

2. Geopolitische Entwicklungen prägen Anleihenzuflüsse

„ETPs auf Schwellenländeranleihen haben im Februar insgesamt 1,3 Milliarden Dollar frisches Kapital verbucht – mehr als jedes andere Anleihensegment. Dahinter steckten vor allem geopolitische Entwicklungen: Stabilere Erwartungen im Hinblick auf Dollar und Zinsen haben die Zuflüsse in Schuldtitel aus Schwellenländern und in Investmentgrade-Papiere aus den USA beflügelt.“

3. Reflation spiegelt sich in Faktoren und Sektoren wider

„Seit der US-Wahl sind Anleger von Low-Volatility-ETFs hin zu prozyklischen Faktoren umgeschwenkt, die sich in einem starken Makroumfeld tendenziell besser entwickeln. In Europa haben Value-ETFs den Grossteil der Zuflüsse in Faktorprodukte verbucht. Dieser Trend hat sich auch in ETFs auf die einzelnen Sektoren des US-Aktienmarktes widergespiegelt. Zum Beispiel verbuchten zyklische Branchen wie Finanzwerte und Grundstoffe hohe Zuflüsse, während defensive Branchen wie Gesundheitswerte und Versorger Abflüsse erlebten.“

4. Klein ist fein

„Die Nettozuflüsse in Produkte auf europäische Nebenwerte haben mit 303 Millionen Dollar jene in Standardwerte mit 246 Millionen Dollar übertroffen. Nach einer bislang einzigartigen Periode mit Abflüssen, die von Februar bis Oktober 2016 dauerte, hatten europäische Standardwerte in den vergangenen drei Monaten ein Comeback erlebt. Aber das hat im Februar nachgelassen. Es ist erst das zweite Mal, dass Nebenwerte in einem Monat, in dem sowohl Neben- als auch Standardwerte unter dem Strich Zuflüsse verbuchten, vor den Standardwerten liegen. Das zeigt einen weltweiten Trend hin zu Anlagen mit Fokus auf den Heimatmarkt, möglicherweise infolge von Sorgen um eine Abkehr von der Globalisierung.“

5. Japan: Europäer begeistert, Amerikaner weniger

„Beim Blick auf die Zuflüsse in japanische Aktien ausserhalb Japans fällt eine interessante Dynamik auf: Europäische Investoren haben den Markt zuletzt gekauft, US-Anleger haben ihn dagegen verkauft. Seit Anfang dieses Jahres hat das Interesse der Europäer stetig zugenommen, nachdem es 2016 eine Periode mit Abflüssen gegeben hatte. Das könnte die Zuversicht in die lockere Geldpolitik der Bank of Japan zeigen. Zudem könnten die Europäer angesichts einer herausragenden Berichtssaison wieder mehr Gefallen an Japan finden.“

 

Quelle: ETFWorld.ch

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