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September 2014: SC – Zinszyklus in der Übertreibungsphase

Die wirtschaftliche Erholung vollzieht sich in den USA etwas stärker und in Europa etwas schwächer als erwartet. Das setzt die Europäische Zentralbank (EZB) unter Zugzwang, wahrscheinlich schon im September mit dem in Aussicht gestellten „Quantitative Easing“ zu beginnen. Schon die Erwartung weiterer EZB-Aktionen leistet Kursanstiegen von Aktien und Obligationen Vorschub…….

Swisscanto Investment Update September 2014


Wir behalten unsere Taktik bei Aktien und Obligationen unverändert bei; bei den Währungen wird die Short-Position im Euro etwas akzentuiert.

Statt der erwarteten „grossen Rotation“ von Aktien zulasten von Obligationen erleben wir Zuflüsse in beide Anlageklassen, was bei europäischen Staatsanleihen erneut zu Tiefstständen der Renditen geführt hat. Bei Aktien konnten vor allem US-Titel profitieren: Das US-Marktbarometer S&P 500 erreichte einen neuen historischen Höchststand über 2000 Punkten. Global gesehen sind Aktien fair bewertet, Obligationen dagegen deutlich überbewertet. Letzteres gilt sowohl für sichere Staatsanleihen als auch für Unternehmensanleihen, deren Renditeaufschläge über alle Bonitätsstufen hinweg jetzt tiefer denn je sind. Markante Trigger, die kurzfristig ein Ende der Hausse bei den Obligationen auslösen könnten, sind nicht in Sicht. Vor allem technisch bleiben die Kapitalmärkte damit noch gut unterstützt.

Obligationen: Untergewicht wird beibehalten
Das taktische Untergewicht bei Obligationen, das wir seit einigen Monaten in Erwartung der Zinswende praktizieren, hat Performance gekostet. Nicht nur die Kurse von Schweizer Eidgenossen und deutschen Bunds erreichten im vergangenen Monat nochmals neue Rekordtiefs – auch die Renditen in der europäischen Peripherie sinken ständig weiter und befinden sich nun bereits auf Niveaus, die tiefer liegen als vor der europäischen Schuldenkrise. Ganz offensichtlich spiegelt sich in den rekordtiefen Renditen die Markterwartung wider, dass sich in Europa japanische Verhältnisse mit dauerhaft niedrigem Wachstum und Deflation ausbreiten könnten. Oder hält die EZB die Zinsen lange niedrig, um den Euroländern den Abbau ihrer immer noch hohen Staatsschulden zu erleichtern? Wir gehen davon aus, dass eine Zinswende unter Führung der USA bevorsteht, und nehmen deshalb davon Abstand, derart spät im Zinszyklus auf den noch laufenden Trend zu setzen – auch wenn uns das kurzfristig nochmals etwas Performance kosten sollte.

Aktien: Übergewicht wird beibehalten
Die Aktienmärkte haben eine kurze Beeinträchtigung durch ein ganzes Bündel geopolitscher Risiken gut überstanden. Diese Entwicklung entsprach unseren Erwartungen, während wir die Stärke des US-Aktienmarkts im internationalen Vergleich unterschätzt haben. Unser Übergewicht bei europäischen Aktien behalten wir unter fundamentalen Gesichtspunkten bei: In keiner Weltregion sollen gemäss den aktuellen Schätzungen der Analysten die Unternehmensgewinne im kommenden Jahr so stark steigen wie in Europa (+14%) – nicht zuletzt die Euro-Abwertung steigert die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen, was für die EZB einen erwünschten Effekt ihrer Geldpolitik darstellt. Steigende Unternehmensgewinne in Verbindung mit der aktuellen Marktbewertung lassen weitere Kurssteigerungen europäischer Aktien erwarten. Anlegern, die im fortdauernden Niedrigzinsumfeld zunehmend Schwierigkeiten haben, Zinseinkommen zu generieren, bietet sich die Beimischung eines dividendenstarken Aktienfonds an.

Quelle: ETFWorld

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