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SPDR : Die Fed setzt auf ETFs

SPDR : In dem Strategy Espresso dieser Woche überprüfen wir, was die Fed in ihrer jüngsten Erklärung zum Kauf vorschlägt und wo Anleger innerhalb des Universums der Unternehmensanleihen Gelegenheiten finden können.

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SPDR Strategie Espresso: 19. Mai 2020


In der vergangenen Woche hat die US-Notenbank (Fed) mit dem Kauf von US-Unternehmensanleihen ETFs begonnen. Gegenwärtig ist nur wenig darüber bekannt, was bereits erworben wurde oder was auf der Liste für potenzielle Käufe steht.

Die Fed hat sich vage geäußert und vorgeschlagen, dass ihre Secondary Market Corporate Credit Facility (SMCCF) „in den USA notierte ETFs kaufen könnte, deren Anlageziel darin besteht, ein breites Exposure für US-Unternehmensanleihen auf dem Markt zu ermöglichen“. In der Marktmitteilung heißt es weiter, dass der überwiegende Teil der Bestände in Investment-Grade (IG) ETFs und der Rest in Hochzinsanleihen investiert werden soll.

Es ist anzunehmen, dass die Fed dabei ähnliche Richtlinien befolgen wird wie bei den Käufen von Unternehmensanleihen, nämlich dass sie nur Anleihen mit einer Laufzeit von bis zu 5 Jahren aufkaufen wird. Infolgedessen betrachten wir das kurze Ende der IG-Kreditkurve nach wie vor als den Sweet Spot für Anleger, zum einen weil Fed-Käufe Schutz bieten, zum anderen auch weil das Laufzeitrisiko gering ist.

Gleichzeitig ist der Renditeaufschwung gegenüber Staatsanleihen mit rund 150 Basispunkten für den Bloomberg Barclays 0-3 Year US Corporate Index besonders attraktiv. Da der Vorsitzende der US-Notenbank, Powell, wenig Lust hat, den Leitzinssatz in den negativen Bereich zu verschieben, wird es für Staatsanleihen schwer sein, stark positive Renditen zu erzielen; daher ist eine Strategie zur Ausnutzung der höheren Unternehmensrenditen sinnvoll.

Den Goodwill verbreiten

Unseres Erachtens nach gibt es auch Gründe, bei IG-Anleihen die über 5 Jahre hinaus gehen investiert zu sein. Der Investment-Case basiert auf den folgenden Punkten:

Die Fed räumt ein, dass es nicht immer möglich ist, den gleichen restriktiven Weg wie bei Krediten zu beschreiten. Beim Kauf von ETFs gilt: „In einigen Fällen können die Bestände von ETFs zugrunde liegende Anleihen enthalten, die zum Zeitpunkt des Kaufs eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren haben.“

Eine ernstere Herausforderung könnte darin bestehen, einen angemessenen Wert für den Kauf von ETFs mit kurzer Laufzeit zu finden. Der Umfang der Käufe könnte beträchtlich sein, wobei die kombinierte Größe sowohl des Primär- als auch des Sekundärmarktes CCFs bis zu 750 Milliarden Dollar betragen könnte, sobald die Hebelwirkung berücksichtigt wird. Gleichzeitig hat sich die Fed darauf beschränkt, nur bis zu 20% der ausstehenden Aktien eines jeweiligen ETFs zu kaufen. Der Gesamtwert der in den USA notierten US-IG-Corporate-ETFs beläuft sich auf 153 Milliarden Dollar, was ein Kaufpotenzial von gerade einmal 30 Milliarden Dollar impliziert. Ein noch kleinerer Teil davon wird ausreichend laufzeitbeschränkt sein, um der Fed zu entsprechen. Abgesehen von großen Konstruktionen wird es also schwierig sein, die Käufe ausschließlich auf ETFs mit kurzer Laufzeit zu konzentrieren. Da das Zeitfenster für Käufe nur bis zum 30. September 2020 offen ist, könnte dies die Fed letztlich dazu veranlassen, einige der breiteren Indizes zu kaufen.

Investoren, die vom vorderen Ende verdrängt werden, werden sich wahrscheinlich entlang der Kurve ausbreiten. Die Kreditkurve ist relativ zur Treasury-Kurve steil (Abbildung 1), wobei die optionsbereinigten Spreads am langen Ende deutlich breiter sind.

Abbildung 1: Risiko-Belohnungs-Kompromiss

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Source: State Street Global Advisors, Bloomberg Finance L.P., as of 14 May 2020.

Steile Kurven

Ein großer Teil der Steilheit hängt damit zusammen, dass die Fed voraussichtlich keine lang laufenden Anleihen kaufen wird. Abbildung 2 zeigt recht deutlich, wie der Markt den Plan der Fed interpretiert, wobei der Bloomberg Barclays 0-3 Year Index die bisher stärksten Renditen im bisherigen Jahresverlauf verzeichnet, während der Index für 10+ Jahre als einziger im negativen Bereich liegt.

Diese schlechte Performance hat am langen Ende einen gewissen Wert geschaffen. Der Bloomberg Barclays 10+ Year US Corporate Bond Index bewegt sich mit einer Rendite von über 3,6 Prozent in Richtung der Renditen von Emerging-Market-Debt-Fonds. Der Spread der schlechtesten Renditen zwischen dem 10+ Jahre-Index und dem Bloomberg Barclays 1-10 Year US Corporate Bond Index ist nahezu auf dem höchsten Stand seit Ende 2017. Die Kurve ist also steil und könnte Käufer anziehen, die ihr Engagement in risikoreichen Anlagen wie Aktien, Hochzinsanleihen und Schwellenländer reduzieren möchten.

Abbildung 2: Gesamtrenditen YTD (%)

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Quelle: State Street Global Advisors, Bloomberg Finance L.P.,per 14. Mai 2020. Vergangenheitsbezogene Performance ist keine garantie für zukünftige Erträge.

Die zitierte Performance stellt die vergangene Performance dar, was keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist. Anlagerendite und Kapitalwert schwanken, so dass Sie beim Verkauf von Aktien einen Gewinn oder Verlust haben können. Die aktuelle Performance kann höher oder niedriger als die notierte sein. Alle Ergebnisse sind historisch und setzen die Reinvestition von Dividenden und Kapitalgewinnen voraus. Besuchen Sie www.ssga.com für die jüngste Monatsendentwicklung. Die Indexrenditen werden nicht verwaltet und spiegeln nicht den Abzug von Gebühren oder Ausgaben wider.

Quelle: ETFWorld.de

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