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Start ins Jahr 2015: Europa und der Bulle

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird im Januar mit Käufen von Staatsanleihen zur Bekämpfung von Deflation beginnen, während die US-Notenbank ihre geldpolitische Wende weiter sachte vorbereitet. Im stärker werdenden geldpolitischen Spannungsfeld reagieren die Aktienmärkte mit mehr Volatilität……..

Swisscanto Investment Update – Januar 2015


Wir führen unser Übergewicht bei Emerging-Markets-Aktien auf eine neutrale Position zurück; unser Aktienübergewicht in Europa behalten wir bei.

Wachstumsaussichten: Grosse Divergenzen
Die Weltwirtschaft wird im Jahr 2015 gemäss aktuellen Schätzungen mit gut 3% geringfügig stärker wachsen als im vergangenen Jahr. Der Löwenanteil des Wachstums wird auf die USA entfallen, während sich Europa weiter an den Spätfolgen der europäischen Schuldenkrise wie hoher Arbeitslosigkeit und drohender Deflation abarbeitet. Die EZB gibt alles, um die Eurozone auf einen soliden Wachstumspfad zurückzubringen. Die Schweizer Wirtschaft kann mit einem Wachstum von 2% rechnen. In China lässt die Wachstums-dynamik auch 2015 leicht nach (7,2% nach 7,5%); Japan befindet sich in der Rezession.

Absturz beim Öl und beim Rubel
Extrem markante Kursbewegungen verzeichneten zuletzt das Öl und der russische Rubel. Die Opec-Staaten fördern unverändert viel Öl – der fortgesetzte Angebotsüberhang führte für die Sorte Brent zeitweilig zu einem Preisverfall bis unter USD 60 pro Fass. Mit einem derartigen Ausverkauf hatten wir nicht gerechnet. Als Folge der Öl-Abhängigkeit der russischen Wirtschaft geriet der Rubel unter massiven Abwertungsdruck – abermals verstärkte Sanktionen der USA gegen Russland sorgten für noch mehr Unsicherheit. Russlands Bürger plünderten aus Angst vor weiteren Rubel-Abwertungen ihre Konten und kauften Sachwerte. Russland droht unserer Ansicht nach eine Abwärtsspirale von schwacher Währung, hohen Zinsen und tiefer Rezession.

Obligationen: Renditen sicherer Staatsanleihen nochmals tiefer
Sichere Staatsanleihen waren abermals gefragt. Die Renditen von Schweizer Eidgenossen und deutschen Bundesanleihen sanken auf neue historische Tiefstände. Wegen starker Kapitalzuflüsse führte die Schweizerische Nationalbank (SNB) zur Verteidigung der Frankenuntergrenze gegen Euro sogar Negativzinsen für Einlagen der Geschäftsbanken ein. Dieses Vorgehen wird von der EZB bereits seit einigen Monaten praktiziert – im Schweizer Franken ist Kassenhaltung der Geschäftsbanken also jetzt wieder genauso unattraktiv wie im Euro. Bei Hochzinsanleihen aus dem Unternehmensbereich wirft das erwartete Auseinanderdriften der Geldpolitik in den USA und Europa seine Schatten bereits voraus: US-Credit performte deutlich schwächer als die europäischen Pendants.

Währungen: Aufwertungserwartung beim US-Dollar weniger ausgeprägt
Unsere Währungspositionen behalten wir unverändert bei. Die Long-Position im US-Dollar lohnt sich weiterhin; dagegen geriet die norwegische Krone wegen der fallenden Ölpreise unter Druck.

Start ins Jahr 2015: Kommt der Bulle endlich doch noch nach Europa?
Grundsätzlich gilt: Die Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken ist nach wie vor extrem locker. Derartige Geldfluten sprechen weiterhin für ein Engagement bei riskanten Vermögensanlagen. Aufgrund der hohen Risikoprämien sind Aktien im Jahr 2015 im Vergleich zu Obligationen voraussichtlich die bessere Wahl. Das 4. Quartal 2014 hat jedoch bereits einen deutlichen Vorgeschmack auf zunehmende Aktien-Volatilitäten gegeben, die wohl auch im Jahr 2015 unser ständiger Begleiter sein werden. Aus den USA ist die positive Wirkung diverser QE-Programme auf die Kursentwicklung von Aktien gut bekannt. Dieser Effekt kann auch in Europa erwartet werden, wo viele Unternehmen zudem Rückenwind durch den schwachen Euro bekommen. Deshalb behalten wir unser Übergewicht bei europäischen Aktien bei.

Quelle: ETFWorld

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