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WisdomTree: Boom in Indien: Zuflüsse aus privaten Haushalten bringen Indien auf den Weg in Richtung eines mehrjährigen Bullenmarkts

Wir berichteten vor Kurzem über die derzeitigen strukturellen Veränderungen in Indien, von denen Aktien langfristig höchstwahrscheinlich profitieren werden…….


Wir berichteten vor Kurzem über die derzeitigen strukturellen Veränderungen in Indien, von denen Aktien langfristig höchstwahrscheinlich profitieren werden. In diesem Artikel wenden wir uns einer weiteren Antriebskraft für indische Aktien zu, von der wir glauben, dass sie für Zuwächse im Markt sorgen wird: dem Zufluss von Seiten inländischer Investoren.

Traditionell machte das Engagement privater Haushalte auf den Finanzmärkten in Indien rund 6 % aus. Im Vergleich dazu betrug der Anteil in den Vereinigten Staaten deutlich über 30 %.1 Dies wird sich bald ändern und Indien unserer Meinung nach auf den Weg zu einem strategischen Bullenmarkt bringen.

Große Rückmigration aus sicheren Anlagen zu Marktanlagen

Indien verfügt über eine lange Börsengeschichte. Die Börse von Bombay wurde 1875 gegründet und ist die älteste Börse in Asien.2 Der Handel erfolgt in Indien heute vollelektronisch und der Clearing-/Abwicklungsprozess dauert rund 48 Stunden – so schnell wie auf jedem entwickelten Markt.

Der Weg dorthin war jedoch steinig. In den 1990er-Jahren und den frühen 2000ern wurden die wenig regulierten Märkte in Indien von mehreren Skandalen erschüttert. Dies führte dazu, dass der Durchschnittsbürger seine Ersparnisse aus Aktien abzog und stattdessen in traditionell sicherere Instrumente wie in Bargeld oder auf einem Bankkonto anlegte – eine „Migration“ des Vermögens indischer Haushalte.

Ineffizienzen des Markts führten zur Migration von Haushaltsvermögen aus Wertpapieren in Bargeld und Bankeinlagen

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Obwohl Indiens Pro-Kopf-Einkommen von nur 247 USD im Jahr 1981 um das Fünffache auf 1.380 USD3 gestiegen ist, erhöhten sich die privaten Investitionen in Aktien nicht im gleichen Maße wie das Einkommen. 

Als sich die Märkte entwickelten und stärker reguliert wurden, änderte sich dieser Trend langsam. Nun sollte es zu einer „Rückmigration“ von privatem Vermögen aus Bargeld und Anleihen in Richtung Aktien kommen. Folgende Maßnahmen sollen diese Rückmigration fördern:

  • Die Regulierungsbehörde SEBI4, die in den letzten 20 Jahren eine Reihe von strengen Marktregulierungen eingeführt hat.
  • Eine Generation, die mittlerweile unter dem Einfluss stärker regulierter und regulierter Märkte aufgewachsen ist.
  • Das SEBI verlangt jetzt von allen Anlagefonds, dass sie 0,02 % ihres verwalteten Vermögens zur Aufklärung (Education) der Investoren ausgeben (aufgrund einer Vermögensbasis von 3.580 Milliarden Rupien sind dies rund 700 Millionen Rupien, die zur Information der Investoren eingesetzt werden5).
  • Begünstigendes Steuersystem mit Nullbesteuerung für langfristige Kapitalerträge und einen ermäßigten Steuersatz von 15 % auf kurzfristige Kapitalerträge.6

Erste Auswirkungen inländischer Investments

Demografie und Konsum sind die Hauptsäulen der indischen Wirtschaft. Wir haben uns jedoch bisher nicht damit beschäftigt, wie die Demografie wahrscheinlich auch den Zufluss in die Aktienmärkte begünstigen wird.

2015 wurden in Indien rund 25 Millionen neue Maklerkonten eröffnet7 – so viele wie nie zuvor! Der überproportionale Wachstumstrend ist sogar noch vielversprechender. Indien verfügt über eines der attraktivsten Demografie-Profile, da fast zwei Drittel der Bevölkerung des Landes unter 35 Jahre alt ist.8 Während die Erinnerung an ineffiziente Märkte in den Hintergrund rückt und die Risikobereitschaft junger Inder steigt, erwarten wir eine deutliche Verschiebung in Richtung Aktienmarktinvestitionen.

Junge Inder zeigen zunehmend Interesse an Investments

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Erste Anzeichen dieser Migration beginnen sich abzuzeichnen. In den letzten 10 Jahren investierten ausländische institutionelle Anleger (FIIs)9 rund 134 Milliarden USD in indische Märkte. Im Vergleich dazu kamen 50 Milliarden USD aus indischen Haushalten.10 Ein aktuellerer Trend zeigt, dass private Investments in Aktien schneller steigen als Investments durch ausländische institutionelle Anleger.

Erstes Anzeichen für eine Steigerung privater Zuflüsse

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Fazit

Durch den höheren Anteil an inländischen Geldzuflüssen dürften sich folgende Konsequenzen ergeben:

  • Ein expandierender Markt mit Kennzahlen, die auf Wachstum und eine neue, verstärkte Nachfrage durch junge Inder schließen lassen
  • Höhere Resistenz gegenüber globalen Auf- und Abschwüngen und stärker intern angelegte Märkte
  • Strategische Marktrally, die von nach innen gerichteten Kräften angetrieben wird
  • Eine steigende Marktkapitalisierung sorgt dafür, dass die Gewichtung Indiens in Benchmark-Indizes für Schwellenmärkte steigen wird

Schätzungsweise werden Indiens Ersparnisse in den nächsten zehn Jahren um das Fünffache steigen und bis 2025 über 50 Trillionen Rupien erreichen. Zurzeit sind rund 6,16 % (bzw. rund 900 Milliarden Rupien in der lokalen Währung) des Vermögens privater Haushalte in risikoreichen Anlagen angelegt; selbst wenn wir annehmen, dass es zu keiner Migration kommt und die 6,16 % nicht weiter steigen, bedeutet dies, dass bei 50 Trillionen Rupien in den nächsten acht bis zehn Jahren 3,08 Trillionen Rupien in Marktanlagen investiert werden. Mit anderen Worten ist dies eine Marktexpansion von 2 Trillionen Rupien (31 Milliarden USD), wobei sich die Risikotoleranz noch nicht einmal erhöht.11


1Quelle: Reserve Bank of India, Weltbank, Stand: 30.06.17.

2Quelle: Bombay Stock Exchange, Stand: 30.06.17.

3Quelle: Weltbank, Stand: 30.06.2017.

4SEBI: Securities and Exchange Board of India. Dies ist die Regulierungsbehörde für den Wertpapiermarkt in Indien.

5Quelle: SEBI, Stand: 30.06.17.

6Quelle: Indische Regierung, Stand: 30.06.2017.

7Quelle: Morgan Stanley, Stand: 30.06.17.

8Quelle: Weltbank, Stand: 30.06.2017.

9FII: Foreign institutional investor (ausländischer institutioneller Investor) (d. h. ausländischer Investor, der in den indischen Wertpapiermarkt investiert).

10Quelle: Morgan Stanley, Stand: 30.06.17.

11Quelle: Morgan Stanley, Weltbank, Stand: 30.06.17.

 

Quelle: ETFWorld

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