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WisdomTree: Ungünstiger Einfluss der Rollrendite auf Rohstoffrenditen: So steuern Sie gegen – Teil 2: Saisonalität

In Teil 1 unseres Beitrags „Ungünstiger Einfluss der Rollrendite auf Ihre Rohstoffrenditen“ haben wir erläutert,…

Nick Leung, Research Analyst at WisdomTree


wie durch eine Rohstoffanlage mit optimierter Rollstrategie sich aufgrund politischen Drucks verändernde Marktbedingungen besser abzufedern sind. Die effektivere Steuerung der Rollrendite führt dabei gleichzeitig zu einer Reduzierung der Volatilität.

Im zweiten Teil betrachten wir einen weiteren wichtigen Einflussfaktor auf kurvenoptimierte Strategien: die Saisonalität.

Wie in Grafik 1 dargestellt, zeigt die Futures-Kurve für Erdgas ein deutliches zyklisches Profil, das von einer saisonalen Nachfrage- und Angebotsdynamik geprägt ist. So steigen beispielsweise die Preiserwartungen wegen der im Winter deutlich anziehenden Nachfrage. Der zu bestimmten Zeitpunkten des Jahres vorhersehbare Preisaufschlag auf Futures-Kontrakte bietet Chancen für die Nutzung dynamischer Rollstrategien mit erheblichem Einfluss auf die von den Anlegern erzielten Renditen.

Eine auf nächstfälligen Futures basierende Strategie führt in der Regel zu einer Positionierung am vorderen Ende der Futures-Kurve. Im obigen Beispiel resultiert daraus eine Positionierung im aufwärts verlaufenden Kurvenabschnitt (rote Punkte). Dabei werden die Kontrakte von Mai und Juli 2016 über die angegebene Periode gehalten. Aufgrund der Kurvenform würde das periodische Rollen fälliger Kontrakte auf teurere nächstfällige Kontakte zu einer negativen Rollrendite führen – mit den entsprechenden negativen Auswirkungen auf die Gesamtrendite, die im Zeitverlauf durch die Steilheit der Kurve zusätzlich verstärkt würden.

Dagegen würden bei einer optimierten Strategie länger laufende Futures gehalten, wie beispielsweise Kontrakte vom 17. Februar, die im Diagramm durch grüne Punkte gekennzeichnet sind. Dieses Vorgehen führt nicht nur zu einer völligen Vermeidung negativer Rollrenditen, sondern erzielt durch die Positionierung in Abschnitten der Futures-Kurve in Backwardation sogar positive Rollrenditen. Durch eine kontinuierliche Anpassung der Positionierung an diese saisonalen Verläufe können dynamische Rollstrategien im Vergleich zu Front-Month-Strategien deutlich höhere Renditen generieren. Die im Jahr 2016 bei Erdgas verzeichnete Entwicklung verdeutlicht, dass eine dynamische Rollstrategie eine Rendite von 35 % erbracht hätte. Der Spotpreis stieg dagegen um 59 %, und eine Front-Month-Rollstrategie hätte lediglich eine Rendite von 10 % erbracht.

Was bedeutet dies für die Anleger?

Nach unserer Einschätzung kann eine fein abgestimmte Positionierung auf der Forward-Kurve durch eine breite, optimierte Rohstoffstrategie für Investoren bei unterschiedlichsten Rohstoffengagements die Chance zur Generierung zusätzlicher Renditen und/oder zur Reaktion auf unvorhersehbare saisonale Entwicklungen bieten, denn die Saisonalität ist ein kennzeichnendes Merkmal für eine ganze Reihe von Rohstoffen, so auch im Agrarbereich und bei Kraftstoffen. Zudem ermöglicht die Positionierung am langen Ende der Futures-Kurve eine Dämpfung der bei saisonalen Rohstoffen besonders großen Schwankungsbreiten.

Folglich bieten optimierte Rohstoffstrategien durch die Chance einer Reduzierung der Volatilität in Verbindung mit einer hocheffektiven Steuerung der Rollrenditen aus unserer Sicht ein einzigartiges Anlageszenario, das zu einer Optimierung der Portfolios strategisch orientierter Investoren führen könnte. Für die Wahrnehmung kurzfristiger taktischer Anlagechancen stehen ergänzend die kapitaleffizienten Investments in Short & Leveraged ETPs der Boost-Palette zur Verfügung.

 

Source: ETFWorld.de

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