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Zinserhöhung der US-notenbank bietet mehr chancen als risiken

Wenn die US-Notenbank (Fed) einen Zinserhöhungszyklus einleitet, hat das eher positive Auswirkungen auf die Kurse vieler Investments, während die Volatilität an den Märkten eher abnimmt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Multi-Asset-Research von Source, einem der grössten Anbieter von börsengehandelten Produkten (Exchange Traded Products, ETP) in Europa…..

 
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Paul Jackson, Managing Director, Head of Multi-Asset Research bei Source


 

Die Aussage der Untersuchung historischer Marktdaten widerspricht der verbreiteten Sorge unter Anlegern, dass Phasen der geldpolitischen Straffung zu mehr Volatilität und einer schwachen Wertentwicklung insbesondere von Anleihen führen.

Bei der näheren Betrachtung der durchschnittlichen annualisierten Gesamtrenditen von allen Assetklassen (in US-Dollar) ergibt sich, dass die Investoren während früherer Fed-Zinserhöhungszyklen1 in zahlreichen Anlagekategorien eine positive Performance erzielt haben. Diese lag zum Beispiel bei globalen Aktien bei rund 10%, bei Schwellenländeraktien bei 12% und bei Rohstoffen bei 18% (s. Tabelle unten). Nach Einschätzung der Source-Experten sollten die Anleger daher die wahrscheinliche Zinserhöhung durch die Fed als eine positive Reaktion auf das globale Konjunkturumfeld im Ganzen und die Stärke der von den USA ausgehenden Erholung ansehen.

Überblick der durchschnittlichen Gesamtrendite (annualisiert, in US-Dollar) verschiedener Anlageklassen während früherer Zinserhöhungsphasen der Fed 2
  
Globale Aktien9.6%
Globale Staatsanleihen4.0%
Globale Untenrehmensanleihen2.7%
Globale Hochzinsanleihen2.9%
Aktien Emerging Markets11.9%
Emerging Markets Government Bonds4.8%
Rohstoffe18%
USD Index2.2%

Source erwartet, dass die Fed schon bald eine Zinserhöhungsphase einleiten wird. Damit reagiert die US-Notenbank ungeachtet der jüngsten Kursturbulenzen in Folge des Börsencrash in China auf das vergleichsweise stabile Wachstum in den USA und anderen Industrieländern. Dazu wirkt sie mit dem Entscheid der extrem lockeren Geldpolitiken entgegen, mit denen die Zentralbanken etwa in Europa und Japan immer noch versuchen, ihre Binnenwirtschaft anzukurbeln. Die Source-Experten stellen in diesem Zusammenhang fest, dass die Fed die Zinsen seit 2008 auf historischen Tiefständen gehalten hat. Aufgrund dieser Tatsache liegt der effektive Zinssatz der Fed unter Berücksichtigung der Auswirkungen der quantitativen Lockerung (QE)3 und der Tatsache, dass Anleiherückkäufe der Fed in Höhe von 150 Mrd. bis 200 Mrd. USD jeweils einer Leitzinssenkung um 25 Basispunkte entsprechen, zurzeit bei -5%.

Unter den zehn wichtigsten Wirtschaftsräumen weltweit sind die USA und Grossbritannien diejenigen mit dem zurzeit stärksten Wachstum. Daher werden sowohl die Fed als auch die Bank of England aus Sicht der Source-Experten schon bald mit einer Straffung ihrer Geldpolitik beginnen – ganz im Gegensatz den Notenbanken in Kanada, China, Russland und Brasilien – Volkswirtschaften, die gerade in eine Rezession abgleiten – und den Zentralinstituten in der Eurozone, Japan und Indien, wo es allesamt Anzeichen für eine beginnende konjunkturelle Erholung gibt.

„Unseres Erachtens ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Fed die Zinsen erhöht“. sagt Paul Jackson, Managing Director, Head of Multi-Asset Research bei Source. „Die wichtigsten Wirtschaftsräume befinden sich zwar in unterschiedlichen Phasen ihres Konjunkturzyklus, aber insgesamt glauben wir, dass ein Zinsschritt der Fed kurz bevorsteht – umso mehr angesichts des nie dagewesenen Einflusses eines hohen, negativen Zinssatzes im Zusammenhang mit der so genannten Bernanke-QE-Faustregel4“

Das Research von Source hat die letzten sechs Fed-Zinserhöhungszyklen näher unter die Lupe genommen. Aus der Analyse ergibt sich, dass die Zyklen im Durchschnitt 13,7 Monate angedauert haben und eine durchschnittliche Zinserhöhung um 281 Basispunkte stattgefunden hat5 (21 Basispunkte pro Monat). Die Source-Experten erwarten, dass der nächste Zyklus langsamer und länger sein könnte, da der Gegenwind vergleichsweise stark ist, und prognostizieren, je nach der Inflationsrate, 25 Basispunkte pro Quartal über mehrere Jahre.

Paul Jackson fügte hinzu: „Unser Research zeigt, dass Anleger seit 1930 nur in zwei von sechzehn Phasen, in denen eine geldpolitische Straffung stattgefunden hat, Geld verloren haben, wenn sie im S&P-500-Index investiert waren. Sie sollten daher nicht der Fehleinschätzung unterliegen, dass eine Zinserhöhung per se schlecht für die Märkte ist oder dass die Volatilität in solchen Phasen eher steigt. Unsere Analyse kommt zu genau dem gegenteiligen Schluss. Aus diesem Grund sollte eine Zinserhöhung durch die Fed als Gelegenheit von den Anlegern angesehen werden.“


1) zeitliche Perioden, in denen die US-Notenbank ihre Zinsene erhöht hat

2) Quelle: MSCI, Bank of America Merrill Lynch, JP Morgan, S&P GSCI, Datastream und Source Multi-Asset Research

3) Anleihekäufe der Zentralbank, in diesem Fall der Federal Reserve

4) Ben Bernanke, früherer Präsident der Federal Reserve, hat die Faustregel aufgestellt, dass eine Zinssenkung um 25 Basispunkte gleichbedeutend ist mit Anleihekäufen im Gegenwert von 150 Mrd. bis 200 Mrd. US-Dollar

5) Ein Basispunkt entspricht 0,01%

Source: ETFWorld.de

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